Das Sommerekzem
Die Informationsschrift von Dr. med. vet. Carla Olschewski,
Typische Sommerweide
Kaum eine andere Krankheit treibt Pferde und Besitzer gleichermaßen in den Wahnsinn wie das Sommerekzem. Die Pferde haben vor allem in den Stunden der Dämmerung keine ruhige Minute, scheuern sich aufgrund des starken Juckreizes oft das komplette Langhaar ab und geraten bei anfliegenden Kriebelmücken geradezu in Panik. Und die Besitzer stehen hilflos daneben, erleben bei den Versuchen durch Einreibungen oder Gabe von Medikamenten Linderung zu verschaffen eine Enttäuschung nach der anderen. Was ist ein Sommerekzem überhaupt, wie entsteht es und welche Mittel könnten helfen? Fragen, die schon seit Jahren wissenschaftlich untersucht werden, die aber bis heute nur teilweise beantwortet werden können.
Die Auslöser
Fest steht, dass die Auslöser des Sommerekzems sogenannte Gnitzen oder Kriebelmücken sind.
Nicht der mechanische Reiz durch einen Stich des etwa einen Millimeter langen Insekts verursacht das Auftreten des Ekzems, sondern die allergische Reaktion des Pferdes auf die Speichelsekrete der Mücken. Sie stechen am liebsten dort, wo die Haare senkrecht stehen, vor allem an der Schweifrübe, dem Mähnenkamm, auf der Kruppe und an der Bauchnaht.
Gnitzen sind dämmerungsaktiv, wodurch sich auch erklärt, warum befallene Pferde vor allem in den frühen Morgenstunden und am Abend oder bei aufziehenden Gewittern verstärkte Unruhe zeigen. Der ideale Lebensraum für die kleinen Stechmücken ist eine feucht-warme Umgebung. Besonders an Bächen oder Teichen, aber auch in der Nähe von Misthaufen und Waldrändern finden sie ihr ideales Biotop. Da Gnitzen sehr klein sind, können sie keine langen Strecken zurücklegen und haben wenig Chancen in windigen Gebieten. Das erklärt, warum das Sommerekzem auf Island, an der Küste und in Höhenzügen zum Beispiel denen der Eifel, fast unbekannt ist.
Testaktion Nutripferd Godewinds Hinterbeine
Mai |
Juni |
August |
Die Ursache
Längst nicht alle Pferde zeigen auf Stiche eine allergische Reaktion. Die Ekzembereitschaft eines Organismus ist durch Medikamente kaum zu beeinflussen. Jedoch ist es unumstritten, dass sich Ernährungs- und Stoffwechsel-Fehler negativ auswirken. Eiweißüberschuss bei der Fütterung kann ebenso wie starke Verfettung die Allergie-Bereitschaft fördern. Noch deutlicher zeigen sich Mangelsituationen im Stoffwechselkreislauf (seien es Vitamine, Aminosäuren, Mineralstoffe oder Spurenelemente) als Mitverursacher für Hauterkrankungen.
Die Haltung
Werden Pferde, die von Sommerekzem befallen sind, nicht optimal gehalten, so führt dies zu drastischen Verschlimmerungen. Ungepflegte Weiden in feuchten Gebieten und an Waldrändern sind gerade für erkrankte Pferde tabu. Dass sich Ekzempferde scheuern ist nicht zu verhindern (und zwar zu keiner Tageszeit), jedoch sollten sie keine Gelegenheit haben, dies an spitzen Gegenständen, groben Baumrinden, abgebrochenen Ästen oder scharfen Kanten zu tun. Die Sekundärinfektion, die an den entzündeten Scheuerstellen entsteht, wird meist blutig und eitrig und ist ebenso hartnäckig wie langwierig.
Die Behandlung
Eine ausgewogene Fütterung ist Voraussetzung für einen gesunden Stoffwechsel. Die Magen-Darm Flora der Pferde ist sehr empfindlich und reagiert auf Unregelmäßigkeiten des Stoffwechsels sensibel. Bei einer gestörten Darmflora kann das Pferd das Futter auch nicht optimal verwerten. Egal, ob Fütterungsfehler oder Stoffwechselstörung, die Versorgung des Zellstoffwechsels mit Aminosäuren, Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen ist in beiden Fällen nicht mehr gesichert. Folge: der Hautstoffwechsel wird ebenfalls gestört, die allergische Hautreaktion kann noch leichter auftreten.
Äußerliche Einreibungen bringen einem Pferd, dass an Sommerekzem erkrankt ist, zeitweise Linderung, aber keine zufriedenstellende Heilung. Ich habe mit einer Kombination von zwei Präparaten gute Erfahrung gemacht:
1. Das äußerlich anzuwendende Präparat "NBS Pflegemittel", ein geruchsneutrales Fischöl, das mit Pflanzenölen vermischt ist und zum einen von Kribbelmücken gemieden wird, zum anderen aber auch heilende und Juckreiz stillende Funktion hat.
2. Nutripferd - ein Algenpräparat und reines Naturprodukt aus Seealgenmehl, das als Futterzusatz im Krippenfutter verabreicht wird. In Nutripferd sind in natürlicher Zusammensetzung eine Vielzahl von Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen und Aminosäuren enthalten (laut Prospekt der Firma Neomed). Das Besondere im Gegensatz zum herkömmlichen Mineralstoffzusatz ist, dass Algenprodukte all diese Inhaltsstoffe naturgemäß in kleinen Potenzen, ausgewogen aufeinander abgestimmt enthalten. Nutripferd ist sehr gut aufgeschlossen und kann vom Organismus leicht aufgenommen werden, um so ein ausgewogenes Verhältnis aller Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine und Aminosäuren im Körper zu garantieren. Damit trägt es natürlich zur Gesundheit sämtlicher Organe bei. Besonders sichtbar wird dies an der Haut, sie bleibt abwehrbereit und bietet ein echtes Schutzschild für den Körper. Das zeigt auch meine jahrelange Praxis-Erfahrung mit Ekzempferden.
In einer dreimonatigen, unabhängigen Test-Studie, die von mir wissenschaftlich begleitet wurde, mit 800 an Sommerekzem erkrankten Pferden, konnten 21% Prozent nachher als ekzemfrei gelten, 51% Prozent wiesen deutliche Verbesserungen auf.
Testaktion Nutripferd
Reiter Revue 1997
Da Pferde aus den unterschiedlichsten Gebieten und von unterschiedlichsten Rassen beteiligt waren, ist die Untersuchung praxisnah und repräsentativ.
Nando seit 1995 ekzemfrei
Meine Erfahrung zeigt:
Die Kombination des Pflegemittels NBS und des Algenproduktes Nutripferd ist für Ekzempferde eine echte Chance, endlich (und zwar ohne Cortison) von ihren Leiden befreit zu werden.
Dr. med. vet Carla Olschewski
Braunalgenfeld vor der Ernte
Kleine Algen-Kunde
Schon die alten Römer kannten vor über 2.000 Jahren die heilende Wirkung der Pflanzen vom Meeresgrund. Heute sind etwa 25.000 Arten bekannt, die in vier große Gruppen unterteilt werden: Blau-, Braun-, Grün- und Rotalgen. Rund 4,5 Millionen Tonnen Algen werden jährlich geerntet, davon wird etwa die Hälfte als Gemüse verwertet. Über zwei Millionen Tonnen fließen in die Futter- oder Lebensmittelindustrie, Pharmazie oder Medizin.
Neben der positiven Wirkung auf den Stoffwechsel haben Algen noch eine Besonderheit: Sie helfen den Körper zu entgiften. Sogar Schwermetalle und radioaktive Isotope können mit Hilfe der Algen über den Darm ausgeschieden werden.