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Wohlstandskrankheiten bei Pferden

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Wohlstandskrankheiten bei Pferden

„Mein Pferd fühlt sich wohl, es geht ihm gut, denn es kann 24 Stunden auf die Weide.“ oder „Mein Pferd bekommt jeden 2. Tag sein zubereitetes Mash und glänzt wie eine Speckschwarte“, sind oft Sätze, die man von Pferdebesitzern hört, wenn man sie über die Haltungs- und Futtergewohnheiten befragt.

Nahrungsüberfluss nicht nur beim Mensch

Wer möchte nicht, dass sich das Pferd wohl fühlt und liebevoll vor sich hin grummelt, wenn der Besitzer mit dem Eimer voll Mischfutter in die Stallgasse kommt. Mittlerweile aber führt dieser Nahrungsüberfluss nicht nur bei den Menschen in den Industrieländern, sondern auch bei deren Haustieren zu Übergewicht. Wohlstand und Krankheit liegen daher auch bei den Pferden immer sehr dicht beieinander.

Die durch Übergewicht bedingten Schäden an Gelenken und Wirbeln sind nur eines der Krankheitsbilder, die das Überangebot an Futter bei Pferden verursacht.

Durch Fettleibigkeit bedingte Herz- und Kreislaufschwächen sowie verminderte Leistungsbereitschaft sind nur das geringere Übel am Ende der „wohlstandsbedingten“ Krankheitskette. Der rasante Anstieg an den durch falsches Futtermanagement herbeigeführten zellzerstörenden Stoffwechselkrankheiten wie der Hufrehe, des Equinen Metabolischen Syndroms (EMS), der Kryptopyrrolurie (KPU) oder des Equinen Cushings führte dazu, dass sich die Wissenschaft in den letzten Jahren ganz massiv damit beschäftigte. Mittlerweile weiß man, dass die Ursache dieser leider auch immer wieder tödlich endenden Krankheiten der Pferdehalter / Stallbetreiber selbst ist, der aus falsch verstandener Liebe seinem Pferd zu viel des Guten zumutet.

„Wohlgenährt ins Verderben?“ fragt die Autorin Heike Bussang provokant in der Einleitung ihres neuen Buches über die Wohlstandskrankheiten bei Pferden („Wohlstandskrankheiten unserer Pferde“; Heike Bussang, Birgit van Damsen; Müller Rüschlikon Verlag)

Ich meine, sie hat recht. Wissenschaftlich ist es unumstritten, dass meistens vor dem EMS, dem Cushing oder der Hufrehe eine generelle Fettleibigkeit (Adipositas) stand. Die Verantwortung für das Pferd trägt in erster Linie der Besitzer und der Stallbetreiber, dem man das Pferd überlässt. Erschreckend aber ist, wie viele Stallbetreiber wenig bis gar keine Kenntnis über das Weide- und Futtermanagement in Abhängigkeit von der Pferderasse und der Bewegung des Pferdes haben, gerade im Hinblick auf die gesicherte Erkenntnis, dass die Überfütterung, die Haltung und das zu gut gemeinte Weidemanagement und die mangelhafte Bewegung,  wie Heike Bussang so erschütternd feststellt, in das Verderben führen.

Wohlstandskrankheiten beim Pferd vorbeugen

Wohlstandskrankheiten bei Pferden kann man weitestgehend vorbeugen. Wer also die Einflüsse von kohlenhydratreichen Futtermitteln und Grasarten auf den Stoffwechsel des Pferdes kennt und sich Erkenntnisse in der Energiebewertung seines Pferdes aneignet, spart nicht nur Futter- und Tierarztkosten, sondern mindert auch das Risiko der für die Pferde oft sehr schmerzhaften Wohlstandskrankheiten. 

Lesen Sie mehr zum Thema:

EMS Pferd (Equines Metabolisches Syndrom)

Cushing Syndrom Pferd (Equine Cushing Desease (ECD))

KPU beim Pferd - Was ist dran an der "Modekrankheit"?



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