Liebes NHC-Team,
ich interessiere mich sehr für Ihre Produkte gegen Kotwasser / Durchfall, da mein Pferd im Herbst/ Winter zu starkem Kotwasser neigt. Im letzten Jahr war es ganz extrem und ich merke seit einer Woche, dass es langsam wieder anfängt. Daher würde ich gerne vorbeugend agieren und möchte nun von Ihnen wissen, ob man die Produkte Yea Sacc Mikro und Waterstop am besten kombiniert oder doch eher separat füttert? Welches Produkt ist bei Kotwasser eher zu empfehlen?
Ich habe im Übrigen schon sämtliche tierärztlichen Untersuchungen durch - leider alle ohne Ergebnis.
Die Fütterung sieht wie folgt aus: es steht ganztags Heulage (im Offenstall) zur Verfügung. Im Herbst / Winter wird täglich ca. 1,5 kg gequetschter Hafer sowie ca. 200 g Gerste gefüttert. Im Sommer wird nur nach dem Reiten gefüttert. Stroh kann leider in diesem Jahr nicht gegeben werden, da die Qualität durch den verregneten Sommer viel zu schlecht ist.
Über ein zeitnahes Feedback würde ich mich sehr freuen.
Vielen Dank!
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Sehr geehrte Kundin,
leider kann ich aus Ihren Angaben nicht entnehmen wie schwer Ihr Pferd ist und welche Arbeiten Ihr Pferd täglich verrichtet. Ich gehe in meiner Antwort davon aus, dass es sich um ein 500 kg schweres Pferd mit einer Stunde Arbeit täglich handelt.
Die Entstehung von Kotwasser hat oft ganz unterschiedliche Ursachen, die im Vorfeld abgeklärt werden sollten.
1. Wird Ihr Pferd regelmäßig entwurmt? Gerade Parasiten im Darm sind häufig mitverantwortlich für Kotwasser. Entwurmen Sie Ihr Pferd regelmäßig (3 bis 4 mal/Jahr). Gerade zum Herbst hin sollte gegen die Dasselfliege und den Bandwurm entwurmt werden. Als Termin kursiert der 6. Dezember - ein Termin der eigentlich viel zu spät ist. Hier sollten die Pferde spätestens Anfang bis Mitte November entwurmt werden.
2. Umstellung von Weide auf Heu/Stroh: Die Umstellung von der Pferdeweide auf Heufütterung bedeutet für den Verdauungstrakt Schwerstarbeit. Wer hier zu schnell von der Pferdeweide auf eine Heu- oder/Silagefütterung umstellt riskiert nicht nur eine ungünstige Darmflora, sondern auch Koliken. Daher sollte diese Umstellung immer nur schrittweise erfolgen.
3. Hoher Kohlenhydratanteil in der Pferdeweide: Die Pferdeweide (gerade die kurzgefressene Weide) ist insbesondere in den Herbstmonaten witterungs- und temperaturbedingt sehr fruktanhaltig. Diese Anflutungen der Fruktane im Verdauungstrakt führen zu gefährlichen Dysbiosen im Verdauungstrakt und zeigen sich durch Durchfall und Kotwasser, bevor es zu einer gefährlichen Hufrehe kommen kann.
4. Zahnfehler können ebenfalls Kotwasser auslösen: Viele Pferde haben gerade zu Beginn der Wintersaison störende Zahnhaken. (Begünstigt durch Weiden mit kurzem bis mittelhohem Gras / wenig Rohfaseranteil). Daher sollte zum Herbst das Pferdegebiss von einem Zahnspezialisten in Augenschein genommen werden.
In Ihrem Fall beschreiben Sie, dass Ihr Pferd täglich 1,5 kg Hafer gequetscht und Gerste neben Heulage bekommt. Diese Mischung wäre der Supergau für den Verdauungstrakt, sofern die Umstellung nicht stufenweise in einem Zeitraum von 4 - 6 Wochen vollzogen wird. Da im Regelfall die Pferde zum Winter hin eher weniger trainiert und bewegt werden, halte ich die Menge von Hafer und Gerste für viel zu hoch. (ausgehend von 500 kg LM/ leichte Arbeit). Die Fütterung von Heulage bereitet den meisten Pferden zunächst erhebliche Probleme, weil diese für eine massive Verschiebung der Bakterien im Darm verantwortlich sind.
Mit ca. 15 kg Heulage wäre der Grundbedarf des Pferdes an Energie gedeckt (54 MJ/405g verd. Protein) aber der Anteil an notwendigem verdaulichem Protein bereits leicht überschritten. Die Aufgabe in Ihrem Fall sollte nun darin bestehen, eine ausgewogene Balance zwischen Heulage und Kraftfutter herzustellen. Mit der Zugabe von Yea Sacc Mikro von Natural Horse Care helfen Sie aktiv der Darmflora mit den ernährungsbedingten Verschiebungen besser zurecht zu kommen. Die zusätzliche Gabe unseres Waterstop oder GastroCare von NutriScience wäre sinnvoll, sofern die Kraftfuttermengen nicht deutlich reduziert werden. (0,6 bis 0,9 kg/Tag mit einem Schuss Omega Balance Öl von Natural Horse Care wären mehr als ausreichend). Bedenken Sie auch, dass bei einer erhöhten Kraftfutterfütterung auch der Bedarf an Mineralien steigt. Ausserdem führt der massive Anstieg an überschüssigem verdaulichem Protein zu vermehrtem Urinieren und dies wiederum verursacht ein ungünstiges Stallklima.
Lesen Sie unseren aktualisierten Fachartikel zum Thema Kotwasser beim Pferd.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Kranz
Ernährungsberater f. Pferde
Mykotherapeut